Archiv für die Kategorie ‘Ökologie’

Gentechnisch veränderte Stärke

Samstag, 22. August 2009

Komme grade aus dem Urlaub zurück. Mir ist über Umwege ein Glas eingemachter, niederländischer Rotkohl in die Hände gekommen. Dort wird “genmodificeerd zetmeel” in der Zutatenliste angegeben. Wozu bitteschön muss man genetisch veränderte Stärke einsetzen? Toll, dass es das auch in Bio (und damit ohne Gentechnik) gibt. Und erschreckend, wie unterschwellig diese Zutaten in unsere Lebensmittel gelangen.

Soeben bestellt…

Sonntag, 11. Mai 2008

… die Feldbefreiungsfibel. Infos gibts demnächst.

Bio und Gentechnik bei Maischberger

Mittwoch, 30. April 2008

Bei der gestrigen Sendung “Menschen bei Maischberger” wurde zum Thema “Bio, Burger oder Genfood – Streit ums Essen” diskutiert gestritten.

75 Minuten lang - mit sehr dünnem Ergebnis.

Joseph Wilhelm, Gründer des Naturkost-Herstellers “Rapunzel” fiel durch eine zurückhaltende, etwas ideologisch wirkende aber sympatisch menschliche Diskussionsweise auf. Einige Beiträge waren leider faktisch falsch, was auch gleich triumphierend von Michael Miersch aufgenommen wurde, der im allgemeinen eher durch eine fast fundamentale Contra-Position auffiel.

Miersch war mir vor der Sendung bekannt als Blogger mit einer mir unangenehm auffallenden Sympatie für Konzern-finanzierte Kampagnen wie PETAkillsanimals oder dem “Center of Consumer Freedom” sowie als Autor von Kolumnen im Springer-Blatt “Welt”.

Zugegeben, hier habe ich keine umwerfenden Argumente erwartet. Sein optisches Auftreten war seriös, seine Argumente laut, seine Formulierungen prägnant, doch trotz vieler Worte klang der O-Ton eher nach fundamentaler Ablehnung von allem, was alternativ, natürlich und nicht-synthetisch ist.

Konstruktive Lösungsansätze für Probleme vernahm ich von dieser Seite jedenfalls nicht.

Herr Prof. Dr. Beda M. Stadler ließ mich schmunzeln, als er den vegan lebenden Mit-Diskutanten Bodybuilding-Weltmeister Alexander Dargatz darauf ansprach, dass doch auch in Pflanzen Gene drin steckten. Das Thema war zu dem Zeitpunkt bereits die Frage, ob Fleisch-essen gesund und nachhaltig ist.
Alexander Dargatz lehnt aus ethischen Gründen jegliche tierische Produkte ab und stellte fest, dass es ihm in dieser Sache überhaupt gar nicht um die Gene im Fleisch geht sondern um ethische Gründe (was ist an Artgerechtigkeit gerecht?).

Prof. Dr. Stadlers seltene aber umso explosionsartigere Beiträge gingen leider nicht weit über - teilweise fast beleidigende - Phrasen und stechende Blicke und Verweisen auf die Gesundheit der gentechnik-mampfenden, amerikanischen Bevölkerung hinaus, was dann Frau Wiener dazu verleitete, eine etwas antiamerikanische klingende Bemerkung von sich zu geben, die dann auch prompt kritisiert wurde (womit das Thema leider ausdiskutiert war. Lebt denn die amerikanische Bevölkerung so gesund?).

Da hätte ich von einem so hoch titulierten Menschen wie Professor Dr. Beda Stadler mehr Konstruktivität erwartet.
Sein Buch “Gene an die Gabel” wurde am Ende der Diskussion mit Sarah Wiener gegen ihr Bio-Kochbuch getauscht. Netter Versuch eines friedlichen Diskussionsendes.

Sarah Wiener wirkte recht sympatisch (und hat ja als Fernsehköchin genügend Übung), statt dem Wort “Gesundung” hätte sie aber auch “Heilung” verwenden können. Dann hätte es nicht so abgehoben geklungen :-).

Insgesamt gab es bei der Sendung keinen Konsens (was ich auch nicht erwartet hatte) sondern vielmehr eine Diskussion mit Menschen, deren völlige Voreingenommenheit man förmlich spürte. Nicht überraschend, wenn man die Aktivitätsbereiche der Rundenteilnehmer beachtet.
Aber auch die Grundfragen blieben weitgehend ungeklärt:

- Kann der Mensch überhaupt die Wechselwirkungen von zig-Millionen Genkombinationen ausreichend (= absolut ungefährlich) abschätzen, um eine Gefahr für Umwelt, Menschen und Artenvielfalt definitiv ausschließen zu können?

- ist es anzunehmen, dass Menschen in der Lage sind, Pflanzen genetisch so zu verändern, dass sie nachhaltig und unschädlich angebaut werden können? Kann der Mensch die komplexe Entwicklung von Pflanzen wirklich optimieren, wenn die Evolution dies bisher - nach Meinung einiger Leute - nicht in Jahrmillionen geschafft hat?

- Ist es nicht doch ein Unterschied, ob Pflanzensorten durch künstlich verursachte Mutation (-> Behinderung) (z.b durch Bestrahlung) gezüchtet werden, oder durch gezielten Eingriff in die DNS (->Doping)?

- Wenn der Welthunger doch - wie in der Runde unisono anerkannt wurde - ein Verteilungsproblem ist - warum behauptet man dann, dass die Gentechnik das Welthungerproblem lösen könnte?

- weshalb müssen Gentechnikversuche auf freien Flächen durchgeführt werden, wenn der Nutzen der Gentechnik völlig fraglich ist?

Obwohl Diskussionsteilnehmer Herr Kleeblatt in Richtung hohen Fleischkonsums und Gentechnik redete - also nicht unbedingt die Positionen von Bio-Intern - machte er einen anwesenden, diskussionsbereiten Eindruck.
Miersch und Stadler wirkten hier eher geübt und geschmiert (im doppelten Wortsinn - rhetorisches Geschick mit recht dünnem Inhalt, Pressesprecher-Auftreten).

Das Thema “geschmiert” wurde übrigens aus gegebenem Anlass in der Sendung aufgenommen. Stadler verneinte eine Finanzierung durch die Industrie.
Wer hätte es gedacht…

Staatsgewalt räumt Genblockade

Samstag, 26. April 2008

Eine halbe Hundertschaft Polizisten trieb die Demonstranten vom Acker in Forchheim (bei Karlsruhe) und fällte den 10-Meter-hohen Dreifuß. Die Gentech-Gegner protestierten mit ihrer Ackerblockade gegen einen Freilandversuch mit der genveränderten Maissorte MON810 des Konzerns Monsanto. Die Aussaat dieser Sorte ist in vielen Ländern und Bundesländern verboten, doch der Baden-Württembergische Landwirtschaftsminister Hauk stellte sich offenbar gegen die vorherrschende Ablehnung der Gentechnik in der Bevölkerung und ließ die Blockade räumen. Gentechnik könne nur mit Polizeigewalt durchgesetzt werden, sagen kritische Stimmen, viel zu groß die öffentliche Ablehnung.

Und tatsächlich werden Genfeldbesetzungen in der Regel von der umliegenden Bevölkerung wohlwollend unterstützt. Mit warmem Essen, Stroh für Wege im Matsch, Duschmöglichkeiten und Internetanschluss.
Freigesetzte, genmanipulierte Organismen (GMO) lassen sich nicht einfangen. Daher sehen viele Aktivisten den zivilen Ungehorsam (also Feldbesetzungen) als letztes Mittel gegen das Risiko einer unkontrollierten Verbreitung und damit einer Bedrohung der Artenvielfalt (Entwicklung von “Super-Unkräutern”).

Gentechnik-konzerne preisen redundant und propagandistisch die “Freiheit der Forschung”. Im Endeffekt werden durch die Freisetzung von Gentechnik aber Landwirte in ihrer Wirtschaftsweise eingeschränkt. So müssen Bauern bspw. auf den Anbau von (Bio-)Mais verzichten da eine Kontaminierung durch einen in der Nähe gelegenen Genmais-Acker zu wahrscheinlich ist (und die gesamte Ernte unverkäuflich machen würde). In Kanada ist bei einigen Pflanzenarten an biologische, umweltfreundliche Landwirtschaftsweise gar nicht mehr zu denken, da nicht nur eine Kontaminierung zu befürchten ist, sondern große Konzerne sogar mit Klagen gegen betroffene Bauern vorgehen, da diese die patentierten Pflanzen - durch Kontaminierung - auf ihrem Acker stehen haben und somit gegen die Lizenzbedingungen verstoßen.

Die Genmafia ist stark, doch dezentraler Widerstand könnte auf Dauer stärker sein. Derzeit werden noch in Gießen, Gatersleben und Northeim Versuchsäcker besetzt. In Oberboihingen in der Nähe von Stuttgart wurde eine Feldbesetzung erfolgreich aufgelöst nachdem die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt versprach, die Versuche für mindestens fünf Jahre einzustellen.

P.S: das Attribut “Gen” in Genblockade und Genacker wurde bewusst gewählt auch wenn es rein sachlich falsch ist da alle Pflanzen Gene haben. Gemeint ist eine künstliche, gezielte Veränderung der DNS mittels Einschleusung artfremder Gene o.Ä.

Energiesparlampenclip

Freitag, 25. April 2008

Lustiger Clip:

Via vital-genuss.de

Es gibt eine ganze Serie solcher Clips. Besonders empfehlenswert ist der, mit der Einkaufstüte…. Auch deshalb, weil eine Plastiktüte die Ökobilanz des Bio-Einkaufes erheblich beeinträchtigt.