Wieder Gen-Feld besetzt
Von teddyEin weiterer Versuchsacker wurde von Gentech-Gegnern besetzt. Nachdem vergangene Woche die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen aufgrund einer Feldbesetzung die Genversuche für die nächsten 5 Jahre abgeblasen hatte, wurde jetzt im niedersächsischen Northeim ein Acker der KWS Saat AG besetzt.
Den Informationen zufolge plant das Unternehmen, genmanipulierte Rüben auf dem Feld anzubauen.
In einer Pressemitteilung zeigt man sich ungehalten. Die Aktion richte sich gegen die Wahlfreiheit der Landwirte, schimpft das Unternehmen.
Insgesamt erweckt der Text den Anschein, als seien Freilandversuche mit genmanipulierten Organismen in der Bevölkerung akzeptiert; als rissen sich die Landwirte darum, Gentech-Pflanzen anzubauen.
Erfreulicherweise sieht die Realität ganz anders aus.
Die Unterstützung von Feldbesetzungen ist in Wirklichkeit enorm. Die meisten Menschen sind gegen Gentechnik (und für innovative Forschung ohne Genmanipulation). Zu gut dokumentiert sind bereits die Gefahren, die Natur, Artenvielfalt und Bauern bedrohen. Pollenflug und Bestäubung sorgen für eine unkontrollierbare Verbreitung genetisch veränderter Organismen. Ganze Landwirtschafts-Existenzen werden ausgelöscht, wenn Ernten mit Fremdgenen kontaminiert und dadurch unverkäuflich werden.
Gentech treibt auch Menschen auf die Straße Felder, die sich ihrer politischen Verantwortung ansonsten mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel entledigen.
Die KWS hat gewissermaßen zwei Möglichkeiten:
Die Versuche einstellen und in Zukunft keine Gentech-Versuche mehr durchzuführen oder das Feld von der Polizei räumen zu lassen und eine Zersplitterung (und damit Vervielfältigung) der Proteste in Kauf zu nehmen. Man darf gespannt sein, wofür sich das Unternehmen entscheidet.
Tags: feldbesetzung, gentechnik, northeim